"Sie haben mir erzählt, daß Sie die Musik darum
lieben, weil sie nicht moralisch sei. Meinetwegen.
Aber Sie selber müssen eben auch kein Moralist sein!
Sie dürfen sich nicht mit andern vergleichen, und wenn
die Natur Sie zur Fledermaus geschaffen hat, dürfen Sie
sich nicht zum Vogel Strauß machen wollen. Sie halten
sich manchmal für sonderbar, Sie werfen sich vor, daß Sie
andere Wege gehen als die meisten. Das müssen Sie ver-
lernen. Blicken Sie ins Feuer, blicken Sie in die Wolken,
und sobald die Ahnungen kommen und die Stimmen in
Ihrer Seele anfangen zu sprechen, dann überlassen Sie sich
ihnen und fragen Sie ja nicht erst, ob das wohl auch dem
Herrn Lehrer oder dem Herrn Papa oder irgendeinem
lieben Gott passe oder lieb sei! Damit verdirbt man sich.
Damit kommt man auf den Bürgersteig und wird ein
Fossil. Lieber Sinclair, unser Gott heißt Abraxas, und er
ist Gott und ist Satan, er hat die lichte und die dunkle
Welt in sich. Abraxas hat gegen keinen Ihrer Gedanken,
gegen keinen Ihrer Träume etwas einzuwenden. Ver-
gessen Sie das nie. Aber er verläßt Sie, wenn Sie einmal
tadellos und normal geworden sind. Dann verläßt er Sie
und sucht sich einen neuen Topf, um seine Gedanken
drin zu kochen."